Früher sind wir anders gereist. Wir haben Sehenswürdigkeiten abgehakt, in bekannten Unterkünften übernachtet und uns von der Masse treiben lassen. Das war sicherlich spannend, aber irgendwo auch stressig. Vor allem haben wir gemerkt, dass man ein Land auf diese Weise nie richtig kennenlernt.
Die ersten richtigen Insider-Erfahrungen abseits der Massen haben wir während unseres elf-monatigen Aufenthaltes in Kanada gemacht. Abseits der Massen haben wir echte Begegnungen erlebt und festgestellt, wie viel intensiver Reisen sein kann, wenn man sich Zeit nimmt.
Und genau diese Art zu reisen hat unser Herz erobert.
Warum meiden wir die Massen?
Kein Ort lässt sich wirklich genießen, wenn sich hunderte Menschen dicht an dicht darum drängen, ihn gleichzeitig zu erleben. Alle sind auf der Jagd nach dem perfekten Foto ohne Rücksicht auf andere. Wo viele Menschen sind, entsteht schnell Hektik statt Genuss.
Auch die Einheimischen erlebt man anders. Alles ist auf den Tourismus und Profit ausgerichtet. Die Preise steigen und echte Begegnungen bleiben selten. Ganz anders fühlt es sich an, wenn man den Massentourismus bewusst meidet. Die Menschen sind entspannter, offener und hilfsbereiter. Dadurch entsteht echter Kontakt zum Land und seinen Bewohnern.
So haben wir auf unseren Reisen viel mehr mitgenommen und es entstanden echte Freundschaften.
Wieso haben wir es nicht schon früher getan?
Oft haben wir uns selbst gefragt: „Warum sind wir nicht schon immer so gereist?“ Die Antwort ist ganz einfach. Wir wussten es nicht besser! Wir hatten keine klare Vorstellung davon, was es bedeutet abseits der Massen zu reisen. Und schon gar nicht wie wir das angehen sollen. Außerdem kannten wir das außergewöhnliche Gefühl und die besonderen Erfahrungen noch nicht die damit einhergehen.
Planungssicherheit war uns immer wichtig. Deshalb haben wir unsere Reisen meist über Reisebüros gebucht. Vor Ort orientierten wir uns daran was alle anderen machten. Den Massen zu folgen fühlte sich sicher an. Die eigene Reise selbst zu organisieren, fernab vom Mainstream, hat uns ehrlich gesagt Angst gemacht. Die Sorge war groß, dass etwas schiefgehen könnte.
Das hat sich nun geändert und wir haben es absolut nicht bereut. Wir haben festgestellt, dass diese Ängste unbegründet waren.
Kanada – wo alles begonnen hat!
2016 sind wir für elf Monate nach Kanada gereist. Ganz klassisch im Work & Travel-Stil. Da wir beide schon einige Jahre gearbeitet hatten, konnten wir uns vorab etwas Geld zur Seite legen. Deshalb haben wir vor Ort nicht gegen Bezahlung gearbeitet, sondern unseren Aufenthalt mit unserem Ersparten und Wwoofing finanziert.
Beim Wwoofing unterstützt man Farmen im Alltag und bekommt dafür Kost und Logis. Über eine online Plattform suchten wir uns passende Farmen aus und bewarben uns. Wir bekamen positive Rückmeldungen und so lebten wir auf drei verschiedenen Farmen. Bei zwei davon hat es uns so gut gefallen, dass wir im Laufe des Jahres sogar mehrfach zurückkamen. In dieser Zeit sind echte Freundschaften entstanden, die bis heute halten. Wir waren nicht einfach nur Arbeiter, sondern wurden ein Teil der Familie. Dieses Gefühl war für uns wundervoll, so weit weg von zu Hause.
Zwischen unseren Farmaufenthalten reisten wir durch den Westen Kanadas bis nach Alberta, hoch in den Norden bis nach Alaska und folgten der Westküste bis nach San Diego. Mit begrenztem Budget lernten wir einfach zu leben. Wir suchten gezielt nach Insidertipps und günstigen Übernachtungsmöglichkeiten. Oftmals schliefen wir im Auto oder zelteten. Dieses Gefühl von Freiheit haben wir geliebt.
Natürlich lief nicht immer alles glatt. Einmal standen wir mit rauchenden Bremsen bei über 40°C mitten im Death Valley. Aber auch das gehörte dazu. Es gab kein Problem für das wir keine Lösung fanden.
Auf dieser Reise entstand unsere Leidenschaft für das Reisen abseits der typischen Touristenwege. Seitdem ist unser Ziel klar: Wir wollen die Länder, die wir bereisen, wirklich kennenlernen.
Was „Abseits reisen“ für uns bedeutet
Abseits reisen bedeutet für uns Freiheit und sich voll und ganz auf das Reiseland einzulassen. Es heißt, sich als Tourist respektvoll gegenüber dem Land und seinen Einwohnern zu verhalten. Es sind die Kleinigkeiten auf die es hierbei ankommt. Im Voraus lernen wir immer ein paar Wörter in der heimischen Sprache. Häufig sind die Menschen uns gegenüber dadurch offener und es entstehen schneller Gespräche.
Außerdem lesen wir uns vorab in die Knigge des Landes ein um Fettnäpfchen zu vermeiden. Letztendlich helfen die Dinge, die weltweit gelten. Ein ehrliches & herzliches Lächeln sowie eine offene Art.
Abseits reisen heißt nicht nur die Top-Sehenswürdigkeiten wie auf einer Checkliste abzuklappern. Oder zu versuchen ständig das beste Foto zu schießen. Für uns heißt es, bewusst in die Kultur des jeweiligen Landes einzutauchen. Denn wir wollen bewusst mit den Einheimischen in Kontakt kommen und dadurch viele einzigartige Erinnerungen schaffen.
Das ist eine völlig eigene Art des Reisens. Wenn du dich darin wiederfindest oder einfach Lust hast, diese Art des Reisens auszuprobieren, dann bist du hier genau richtig!



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