Reisezeit: Februar 2017

Wer Abenteuer abseits der Massen sucht, der kommt bei diesem Roadtrip voll auf seine Kosten! Die Fahrt führt ca. 450 km den Highway 20 entlang von Williams Lake bis nach Bella Coola. Dabei passiert man verschiedene indigene Reservate, hat eine hohe Chance auf Wildtiersichtung und übernachtet an abgelegenen Campingplätzen. Hier ist die Natur noch unberührt. Der abenteuerlichste Teil der Route führt über den Heckman Pass. Eine schmale, geschotterte Straße über die sogenannte Freedom Road bei dem man nicht auf Gegenverkehr hofft.  Dieser Abschnitt des Highway 20 wird auch liebevoll „The Hill“ genannt und ist nichts für schwache Nerven! Aber von Anfang an:

Start in Williams Lake

Unser Abenteuer beginnt in Williams Lake, dem letzten größeren Ort vor der Wildnis. Wir schlafen hier noch eine Nacht im Hotel, bevor es am nächsten Morgen früh losgeht. Schon nach kurzer Zeit merken wir wie sich die Umgebung verändert. Die Straßen werden leerer, die Natur wilder und die Orte kleiner. Immer wieder bieten sich Möglichkeiten für kurze Stopps für kleine Wanderungen oder um einfach die Ruhe zu genießen. Unser erstes Ziel ist der Puntzi Lake, etwa sieben Kilometer abseits des Highways. Dort gibt es einen sogenannten „Recreation Sites“ – einfache Campingplätze mit minimaler Ausstattung mitten im Grünen.

Unser Stellplatz liegt direkt am See, und wie so oft auf dieser Reise hatten wir den Ort komplett für uns allein. Auf einer Parkbank können wir unser Abendessen an der frischen Luft selber zubereiten. Genau diese Momente machen den Roadtrip so besonders.

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The Hill – das Abenteuer beginnt

Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Bella Coola. Heute steht die Freedom Road über den Heckman Pass auf dem Plan. Bis dahin sind es allerdings noch ca. 2,5 Stunden durch wunderschöne Landschaft. Hier heißt es immer Ausschau zu halten nach Wildtieren. In einer kleinen Waldlichtung entdeckten wir beispielsweise einen Elch, der sich kurz blicken lässt bevor er wieder in den Wald verschwindet.

Wir folgen dem Highway 20 bis nach Anahim Lake. Dem letzten Ort vor dem Heckman Pass. Hier endet auch die asphaltierte Straße und der Weg führt ab jetzt geschottert weiter bis zum Fuße von „The Hill“.

Die Story hinter „The Hill“:

1940 wollten die Bewohner von Bella Coola ihre Isolation beenden, da sie bisher nur über alte Indianerpfade sowie per Schiff oder Flugzeug erreichbar waren. Von Bella Coola und Anahim Lake aus arbeiteten sich jeweils Bulldozer aufeinander zu. Am 26. September 1953 trafen sie sich schließlich, die „Freedom Road“ war fertig. Ein Schild erinnert heute an diesen Moment.

Das anfänglich mulmige Gefühl über diese enge, geschotterte Straße wird durch zwei weitere einzigartige Begegnungen unterbunden. Ein riesiger Steinadler kreuzt unseren Weg als er die Straßenseite wechselt. Als wäre das nicht schon cool genug, tauchen auf einmal zwei Silberfüchse am Wegesrand auf, die erstaunlich nah an unser Auto herankommen. Einfach Wahnsinn!

Wir fahren weiter Stück für Stück die Freedom Road hinab. Die Strecke verlangt vollste Konzentration. Enge Kurven, steile Abhänge und gelegentlicher Gegenverkehr machen die Fahrt zu einem echten Abenteuer. Gleichzeitig bieten sich immer wieder atemberaubende Ausblicke, die jede Anspannung sofort relativieren.

Unten angekommen ist die Straße wieder asphaltiert und die Landschaft verändert sich spürbar. Die Vegetation wird dichter, die Luft milder und man merkt, dass der Pazifik nicht mehr weit entfernt ist. Auch die vielen indigenen Zeichen und Pfähle entlang der Strecke verleihen der Region eine ganz besondere Atmosphäre.

Unsere nächste Übernachtung ist am McCall Flats Recreation Site. Direkt am Bella Coola River. Ein weiterer ruhiger, naturnaher Campingplatz mit Feuerstellen und Picknickbänken. Einfach, aber genau das, was wir nach so einem Tag brauchen.

Ankunft in Bella Coola

Am nächsten Tag geht es dann nach Bella Coola. Dieses kleine Dorf liegt am North Bentinck Arm, welcher mit dem Pazifik verbunden ist. Er ist eher unscheinbar und steht im starken Kontrast zur beeindruckenden Landschaft, die ihn umgibt. Für uns ist schnell klar: Nicht das Ziel, sondern der Weg dorthin ist das eigentliche Highlight dieses Roadtrips!

Grizzlybären im Bella Coola Valley.

Ein besonderes Erlebnis bietet die Region übrigens im Spätsommer. Zwischen Ende August und Anfang Oktober kann man an der Belarko Wildlife Viewing Platform Grizzlybären beobachten, die im Bella Coola River Lachse fangen. Ein Naturschauspiel, das wir leider verpasst haben, aber definitiv ein Grund wäre, wiederzukommen.

Wir haben diese Strecke in insgesamt 3 Tagen zurückgelegt und noch weitere Orte in British Columbia besucht. Allerdings hätten wir gerne mehr Zeit eingeplant. Man kann für diesen Roadtrip auch gut und gerne 1 Woche einplanen wenn man sich Zeit lassen möchte. Es gibt unterwegs einige Campingplätze und Möglichkeiten zu Wanderungen und Wildtierbeobachtungen!


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